Oradour-sur-Glane
Am 10. Juni 1944 ermordete die Waffen-SS in Oradour-sur-Glane 642 Menschen und brannte das Dorf nieder. Auf Anweisung Charles de Gaulles blieben die Ruinen als Mahnmal erhalten. Im Frühjahr 2025 bin ich dorthin gefahren, um zu fotografieren – und von dort aus weiter nach Utøya, Auschwitz-Birkenau und an Erinnerungsorte in Duisburg.





NEXT GENERATION



Ein partizipatives Projekt, das mit Jugendlichen arbeitet, nicht über sie spricht.
Jugendliche aus Duisburg werden an bedeutsamen Orten ihrer Stadt porträtiert – dort, wo einst Menschen Mut bewiesen haben, und dort, wo heute Zukunft verhandelt wird. Es entstehen großformatige Fotografien, die junge Stimmen sichtbar machen und Geschichte mit Gegenwart verbinden.
NEXT GENERATION verschafft der jungen Generation Präsenz im öffentlichen Raum. Die Porträtierten kehren als künstlerische Arbeiten an die Orte zurück, wo sie fotografiert wurden – als Statement für Sichtbarkeit, Teilhabe und die Macht der Kunst, gesellschaftliche Diskurse zu prägen.
Das Projekt ist eine kritische Kunstpraxis, die durch ästhetische Mittel zur Demokratisierung des öffentlichen Diskurses beiträgt.
LAST GENERATION
Fotografische Rauminstallation · Brotfabrik Overbeck 1904, Duisburg-Beeck · 2024
Immer derselbe junge Mann, einen Kranz aus Blumen im Haar – an jedem Ort dieser Strecke steht er an einer Schwelle: zwischen Gestern und Morgen, zwischen dem, was war, und dem, was noch kommen kann. Vor verwitterter Backsteinmauer, im hohen Gras der Brache, hinter ihm die stillgelegte Industrie, vor ihm das Grün, das sich zurückholt, was ihm einmal gehörte. Auf seinen Schultern liegt mehr, als eine Generation tragen kann – das Versäumte, das Unabgegoltene, die Last derer, die vor ihm da waren. Der Kranz ist Fest und Totenschmuck zugleich, die Brache Verfall und Aufbruch in einem Bild.
Auch der Ort trägt diese Doppelung in sich. Die Alte Brotfabrik Overbeck, 1904 gegründet, war in der NS-Zeit ein Ort des Widerstands und steht bis heute für die Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Rassismus und völkisch-identitärem Denken.
Mit dieser Arbeit begann eine Auseinandersetzung, die mich bis heute trägt – angestoßen durch die Begegnung mit Cyrus Overbeck. Sie reiht sich ein in eine fortlaufende fotografische Befragung von Orten, an denen sich Gewaltgeschichte und das Erinnern an sie überlagern – von Auschwitz-Birkenau und Oradour-sur-Glane über Utøya bis zu Sachsenhausen, dem Teufelsberg und der Nikolaikirche Leipzig.




